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-PRO-ANA SERIE, Teil 1-

 Pro Selbstzerstörung: Unbedenklicher Lifestyle ?

Sie rechnen Kalorien und BMI's aus.

Ihre Hymne titelt "Hunger hurts, but starving works".

Ihre Idole sind Kate Moss und Mary Kate Olsen.

Sie "triggern" sich gegenseitig mit "Thinspos".

Sie hungern, statt zu essen.

Falls sie essen sollten, kotzen sie danach.

Ihr Ziel ist Perfektion.

Und etwa 15 % erreichen diese - sie sterben...



Generation "Pro": Barbie war gestern, "Ana" und "Mia" sind die heutigen Role-Models unserer Generation. Noch dünner, noch "perfekter" - notfalls bis zum Tod. Aber steckt dahinter wirklich nur ein übertriebener, "etwas" aus der Kontrolle geratener Schlankheitswahn?

"Pro-Ana" - ein Begriff , der die jetzige Generation noch stärker prägt, als bisher befürchtet. Alle diskutieren darüber, immer mehr Blogs, Homepages und Videos tauchen täglich wie aus dem Nichts im WWW auf und breiten sich unaufhörlich aus, Tendenz weiterhin
steigend. Kaum jemand verfügt noch über einen nüchternen Überblick:

Da gibt es Extrem Nr. 1:

Gegner dieser Bewegung aus vollster Überzeugung, welche sich
weder je eingehend mit Esstörungen beschäftigt haben, noch die Vorstellungskraft besitzen sich auszumalen, was für eine ungeheure Macht unsere zwei Protagonistinnen über die Betroffenen haben. Hauptsache Dagegen!

Das andere Extrem bilden die Betroffenen aus noch viel stärkerer
Überzeugung. Sie brauchen diese Seiten, posten ihre News & Tips jeden Tag aufs Neue, verfügen über sämtliche Passwörter der geschützten Blogs, verteidigen ihre besten Freundinnen und zugleich Feindinnen "Ana" und "Mia" immer wieder, spornen sich gegenseitig an um ihre Ziele zu erreichen.

Die erste Frage, die sich beim Blick auf diese "Szene" viele stellen:

"Sind diese Menschen denn wirklich krank? Wollen die nicht einfach nur Aufmerksamkeit?"

Wer aus dieser Motivation meine Serie liest, den bitte ich augenblicklich eine Pro-Ana Seite seines Vertrauens zu besuchen und sich diese Frage selbst zu beantworten(Diesen Vorgang beliebig oft, je nach Bedarf, wiederholen) Banal ausgedrückt, würde dort schwarz auf weiß stehen:"Gesund abnehmen mit Anorexie-so erlangen sie ihr Geburtsgewicht in nur einem Monat!", gäbe es dann weniger Zweifel an dem Krankheitsgrad dieser Bewegung dank dem Etikett "gesund"?


Ich rate jedem, sich ebenso wenig von den meist kindlichen, glitzernden und süßen Designs oder Umschreibungen täuschen zu lassen. Es existieren zwar, so wie in jeder Bewegung, Initiatoren und Mitläufer. Aber eine Zuordnung solcher Art darf auf keinen Fall als Urteilskriterium gelten. Manche landen tatsächlich nur durch den Wunsch "dünn" zu sein im "Anaversum", andere kämpfen schon ihr ganzes Leben damit und sehen so einen Weg verstanden und unterstützt zu werden.

Letztendlich ist Magersucht die psychische Krankheit mit der höchsten Sterblichkeitsrate (Folgen des Untergewichts, Suizid...) führt also zwangsläufig zum Tod, somit ist niemand gesund, wer diese Seiten täglich besucht. Das wissen auch die meisten Anhänger.(Dass sie krank sind und dass sie daran sterben können.) In wie fern die Besucher tatsächlich krank sind und was die Gründe, Motivationen und Auslöser sind, lässt sich so vielfältig erörtern wie eine einzelne Essstörung selbst.

Es geht um Abstinenz, um Überlegenheit, um Disziplin, Verweigerung, Bestrafung, ... das Thema ist so facettenreich, dass eine Erläuterung dieser Aspekte den Rahmen sprengen würde, und somit in einem der folgenden Teile beschrieben werden.

Es fällt also einem aufmerksamen Leser auf, dass es sich um mehr handeln muss, als um einen kurzlebigen "Kult" oder "Lifestyle", der sich in ein paar oberflächlichen Zeilen zusammenfassen lässt. Nachdem geklärt wäre, dass es sich definitiv um eine Krankheit handelt, welche verherrlicht und öffentlich als Schmuck getragen und missbraucht wird, werde ich in dem nächsten Teil versuchen auf das "Warum" einzugehen....

So long, Androgyny-now.

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Eins vorweg, ich bin ebenso jugendlich und weder Professor noch Doktor, noch Psychiater.
Diese Serie basiert auf Recherchen und Erfahrungen meinerseits:
Ich schreibe, was ich für richtig halte, Quellen von Zitaten und Statistiken befinden sich am Ende jedes Artikels.
Wer meine Worte zitieren will, wird ebenso darum gebeten,
die Quelle, also meinen Blog anzugeben.

Ich bin also nicht dazu befugt offiziell jemandem zu helfen. Ich freue mich dennoch, falls von mir Verfasstes aufklären und helfen kann!

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Quellen:

1. Zitat aus Songtext : "Fiona Apple-Paperbag"
2. Statistiken Magersucht: http://www.hungrig-online.de

"Nach der Ärztekammer Niedersachsen verläuft eine Essstörung bei
rund 16,8 Prozent der Betroffenen tödlich. Das Deutsche Institut für
Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) gibt an, dass bis zu 15
Prozent der Magersüchtigen an den Folgen der Erkrankung sterben.

Laut der Studie der Universität Heidelberg stirbt jede sechste schwer
erkrankte Magersüchtige an den Folgen der Krankheit.
Als häufigste Todesursachen erwiesen sich Infektionen, Unterernährung, Wasser und Elektrolytverlust sowie Selbstmord. Die Universität Ulm
berichtet, dass mit einer Sterblichkeitsrate von 15 bis 20 Prozent die
Anorexie mehr Opfer als jede andere psychiatrische oder
psychosomatische Störung fordert
."

13.8.08 15:59
 


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